Die Choreografie „Häuten“ setzt sich mit dem Phänomen auseinander, im Alltag in verschiedene Hüllen schlüpfen zu können, um sich möglichst angepasst zu bewegen.
Wie viele Hüllen brauche ich, um im Alltag nicht anzuecken, mich nicht zu verletzen?
Welche Haut drängt sich mir auf?
Wann wird eine Haut zu eng, wann zu weit? Wann schützt sie, wann zerreißt sie, ist verletzlich?
Die Produktion wurde unterstützt mit Mitteln des Brandenburger MWFK.
Choreografie: Golde Grunske,
Tanz: Golde Grunske, Griffin Lauchlann
Dauer ca. 15 min.
Die Choreografie beschäftigt sich mit dem täglichen Umgang mit Für und Wider, mit Absagen und Zusagen, die von einem Moment auf den anderen persönliche Gefühlzustände und Emotionen ins absolut positive oder negative kippen lassen können. Es geht auch darum, wie schwierig es im Zeitalter der „Flexibilität und Anpassung“ ist, klare und eindeutige Aussagen zu bekommen und selber zu machen. Dieses auf und nieder, hin und her wird durch live gesprochene Textauszüge verdeutlicht und spiegelt sich in der Bewegungsqualität wieder.
Material:
Dr. Rüdiger Hoffmann, Mitglied des Landtags Brandenburg und Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur, am 10. Mai 2014 zum Stück „mit wenn und aber“.
Kostüme, Bühnenbild: Margrit Szabo, Golde Grunske Musik: Paul Bowles
UA: 25.5.14, Piccolo Theater Cottbus
Die Geschichte orientiert sich an der Erzählung „Rikki-Tikki-Tavi“ von Rudyard Kipling (geboren 1865 in Bombay, gestorben 1936 in London). Sie zählt zum „Dschungelbuch“ (enstanden 1895/96) und spielt in Indien. Rikki-Tikki-Tavi, ein tapferer junger Mungo, wird durch eine Sommerflut aus seinem Bau gespült und landet in dem Garten von Teddy, einem indischen Jungen. In dem Garten wohnen auch zwei Kobraschlangen, die Teddy und Darzee (ein Vogel) bedrohen. In einem mutigen Kampf mit den Kobras verteidigt Rikki-Tikki den Vogel Darzee und rettet dem Jungen Teddy das Leben.
Zur Musik: Der zugleich durch sein literarisches Werk bekannte amerikanische Komponist Paul Bowles (1910 –1999) hinterließ außerordentlich vielseitige Kompositionen für verschiedenste Instrumentalbesetzungen. Unter Anderem entstand 1948, inspiriert durch einen immer wieder tropfenden Wasserhahn (so Bowles in seiner Autobiografie), das Concerto for two Pianos, Winds and Percussion. Der erste Satz daraus (Allegro) untermalt den sintflutartigen Regenguß zu Beginn der Geschichte, durch den Rikki-Tikki-Tavi von seinen Eltern fort- und in den Garten von Teddys Familie gespült wird. Neben weiteren Ausschnitten aus diesem Werk erklingen im Stück Ausschnitte aus Music for a Farce (1938) und Hippolytos und Salome (1992/93) von Paul Bowles. Die Musik entstammt Aufnahmen des Hessischen Rundfunks aus dem Jahr 1995, die mit Largo Records auf einer CD mit dem Titel „Migrations“ veröffentlicht wurden.
Aktuelle Aufführungen: 21.8.+ 22.8.21 im Piccolo Theater Cottbus, alle Termine+Karten unter www.piccolo-cottbus.de
Fotos: Michael Helbig für Piccolo Theater Cottbus, 2021
Das Video „ohne Worte“ entstand im Januar 2014 im Rahmen eines Arbeitsstipendiums des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung, Kultur des Landes Brandenburg 2013 (Kunstförderpreis 2013). Inhaltlich setzt es sich mit der Geschichte des ehemaligen Strafvollzugs Cottbus (Zuchthaus Cottbus) auseinander.
Tanz und Choreografie: Golde Grunske
Videoproduktion: Veikko Lorenz
Performance zur Geschichte des ehemaligen Zuchthauses Cottbus (2014)
Eine Choreografie für 4 Tänzerinnen zur Bach-Messe in G-Dur.
UA: 16.11.12, dkw Cottbus
weitere Auffürhungen fanden statt im Piccolo-Theater Cottbus,
bei der Tanzplattform Sachsen in Dresden, im T-Werk in Potsdam, beim Sibiu International Theater Festival
Die Choreografie Körperbilder ist eine Liebeserklärung an unseren Körper.
Thema ist die kritische Auseinandersetzung mit unserer Körperlichkeit und tradierten Körperbildern. Im Vordergrund steht die Wertschätzung unserer Individualität, die im Alltag oft kaum Beachtung findet.
Musik: J.S. Bach, Messe in G-Dur
Tanz: Juliane Buaer, Miyoko Urayama, Martina Morasso, Denise Noack, Romy Schwarzer
„zwischenRäumen“ setzt sich mit der Architektur des Hauses „Kunstmuseum Dieselkraftwerk“ auseinander. Das Stück führt durch verschieden Räume des Gebäudes (Foyer, Arkaden, Treppenturm, Maschinenhaus) und läßt den Zuschauer zum Teil der Choreografie werden.
Uraufführung: 13.11.10, dkw Cottbus
weitere Aufführungen: 10.2.11, dkw Cottbus, (eine Adaption)
Probenfotos, Fotografie: Marlies Kross
zwischenRäumen II
„zwischenRäumen II“ setzt sich mit der Architektur des Gebäudes, in dem die TANZwerkstatt untergebracht ist, auseinander. Das Stück führt durch verschiedene Räume des Gebäudes (Fenster, Treppenhaus, Flur, Gänge) und läßt den Zuschauer Teil der Choreografie werden. Die Performance wird begleitet von Live Musik (Geige, Fagott, Trompete, Gesang, Klavier)
Uraufführung: 30.03.14, Tanzwerkstatt Cottbus
zwischenräumen II, Pressefoto mit Griffin Lauchlann, Fotografie: Marlies Kross
Material:
Dr. Rüdiger Hoffmann, Mitglied des Landtags Brandenburg und Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur, am 10. Mai 2014 zum Stück „zwischenRäumen“.
Eine Choreografie von Golde Grunske zum Thema: Der ehemalige Geschlossene Jugendwerkhof Torgau 1964-1989; für fünf Tänzerinnen.
Fotogallerie 1 Schocktherapie (Berlin, 2008; Fotos: Björn Reißmann, www.kulturfoto.de)
Fotogallerie 2 Schocktherapie (Cottbus, 2008; Fotos: Björn Reißmann, www.kulturfoto.de)
Die Choreografie „Schocktherapie“ untersucht den Alltag im GJWH (ehemaliger Geschlossener Jugendwerkhof) Torgau, der eine Disziplinierungseinrichtung des Jugendhilfesystems der DDR darstellte: tägliche Drangsalierungen, körperliche Anstrengungen bis zur totalen Erschöpfung, gruppendynamische Tendenzen, Einsamkeit, Verzweiflung und Ohnmacht aber auch Hoffnung. Viele der täglichen Handgriffe, gedrillten körperlichen Haltungen, Disziplinierungsmaßnahmen sind bis heute bei den ehemaligen Insassen, die zur Zeit der Einweisung teilweise noch Kinder waren, präsent und im Körper „eingebrannt“.
Die Tanzperformance wurde gefördert mit Mitteln der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ und unterstützt von der EBS Torgau (Erinnerungs- und Begegnungsstätte im ehem. Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau).
Die Arbeit entstand im Rahmen der Diplomarbeit von Golde Grunske, die im
Ergänzungsstudiengang Choreografie an der Palucca-Schule Dresden, Hochschule für Tanz im Juni 2008 ihren Abschluss als Diplom-Choreografin machte.
Uraufführung: Juni 2008 in „semper kleine szene“, Dresden
Weitere Aufführungen:
Juni 2008 im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
von September 2008 in Torgau (Kulturbastion)
Oktober 2008 Berlin(Steinhaus)
November 2008 Skopje (Mazedonien), internationales Theaterfestival „Skupi-Festival“
November 2008 Cottbus (Dieselkraftwerk)
Februar 2009 Zwickau (Theater in der Mühle)
März 2009 Chemnitz (Armes Theater)
April 2010 Dresden (Theaterhaus Rudi)
April 2010 Potsdam (T-Werk), gefördert mit Mitteln des Ministerpräsidenten Brandenburg
Bei der letzten Aufführung von „Schocktherapie“, am 4.6.11 in Dresden, wurde der Choreografin Golde Grunske und den Tänzerinnen von „Schocktherapie“ ein Friedenpreis verliehen: die bronzene Friedenstaube „Frere Roger“ des Künstlers Richard Hillinger.
Nach der Preisverleihung; von links: He Xin (ehemal. chinesicher politischer Gefangener), K. Kuzia (Zeitzeugin des ehemal. Jugendwerkhofs Torgau), Fr. Vater (Überbringerin der Friedenstaube), B. Paletta (Tänzerin), G. Grunkse (Choreografin), A. Brinkmann (Tänzerin), J. Bauer (Tänzerin)
Das Tanztheater „Rotkäppchen“ setzt sich mit dem klassischen Handlungsstoff des Märchens auseinander, untersucht die Figuren der Handlung und hinterfragt deren Charaktere.
Mit Hilfe einer musikalischen Untermalung entsteht ein Handlungsbogen, der selbst die erwachsenen Zuschauer in Bann zieht. Es tanzen vier professionelle Tänzerinnen als Rotkäppchen, Mutter, Wolf, Großmutter, Jäger und als Bäume …
Uraufführung: März 2010, Piccolo-Theater Cottbus
weitere Aufführungen: Dezember 2010, Piccolo-Theater Cottbus
Tanzperformance für vier Tänzerinnen von Golde Grunske
Fotogallerie „danach“ (Cottbus 2009), Fotos G. Gorgas und Matthias Zeller
Eine Choreografie zum Thema: Die Zeit nach der Entlassung aus dem ehemaligen Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau (1964-1989) bis heute.
Die Tanzperformance „danach“ untersucht anhand von vier unterschiedlichen Biografien die Zeit nach der Entlassung aus dem ehemaligen Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau bis heute.
Das Thema „Geschlossener Jugendwerkhof Torgau (1964-1989)“, welches bereits in der Tanzperformance „Schocktherapie“ im Juni 2008 aufgegriffen wurde, soll mit der aktuellen Produktion weitergeführt und zum Abschluss gebracht werden.
Die Choreografie untersucht den Weg der persönlichen Aufarbeitung, der die Erinnerung an Demütigung und Misshandlung immer wieder aufleben lässt und in den vier betrachteten Biografien ganz unterschiedlich verläuft. Dennoch wächst eine innere Verbindung zwischen den vier Tänzerinnen, die durch ihre Intensität eine gegenseitige Abhängigkeit entstehen lässt.
Die Choreografie beschäftigt sich unter anderem mit den Fragen:
Welche Macht haben die persönlichen Akten und Dokumente aus der Zeit vor 1989, die in ihrer Wortwahl an die beklemmende Zeit der Einweisung erinnern und welche Wirkung haben sie auf den Aufarbeitungsprozess? Wie schnell werden geschriebene Worte ein Teil Deiner Geschichte und können Dich jederzeit wieder einholen?
Wie wurde angestaute Aggression, entstanden durch Demütigung und Misshandlung, nach der Entlassung „aufgefangen“, wie gehen die Betroffenen heute damit um? Wie wichtig ist menschliche Wärme, nach einer Zeit ohne jede Berührung?
Inwieweit ist eine persönliche Aufarbeitung überhaupt möglich, ohne jedes Mal in einen lähmenden Zustand zu verfallen? Wie groß muss der innere Wille sein, um dem ständigen „Einknicken“ stand zu halten? Welche Kraft muss aufgebracht werden, sich immer wieder aufrichten zu können? Ist die persönliche Aufarbeitung womöglich nur durch Unterstützung Anderer möglich?
Inwieweit sind die traumatischen Erfahrungen aus der Zeit der Einweisung noch heute präsent, welche Spuren haben sie hinterlassen?
Warum haben Betroffene nach wie vor Angst, sich der Aufarbeitung zu stellen?
Die Veranstaltungsreihe „TANZgold“ wurde im Februar 2010 initiiert von Magdalena Werhun (freie Tänzerin und Tanzpädagogin, Cottbus) und Golde Grunske (freie Choreografin, Cottbus) und fand in regelmäßigen Abständen bis 2012 statt. In Abständen von 3 bis 6 Monaten wurden Arbeitsergebnisse und Choreografien öffentlich präsentiert. Inhaltlich war die Reihe offen für alle Ansätze des professionellen Tanzes. Die Idee dieser Veranstaltungsreihe war, einen Raum für Zeitgenössischen Tanz (in all seiner Vielfalt) zu schaffen und dem Cottbuser Publikum nahe zu bringen. Veranstaltungsort war das Mangold.
„Getanzte Lebenslinien“ von Nicole Nocon, erschienen am 04.10.2010 in der Lausitzer Rundschau
Fotogalerie TANZgold, Fotos Marlies Kross
Anläßlich einer TANZgold-Veranstaltung hat der Lyriker und Literaturwissenschaftler Jürgen Israel zwei Gedichte geschrieben. Eines ist hier zu lesen, mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Erwartung zu tanzstücken von Golde Grunske und Magdalena Werhun
Als Jesus in den himmel aufgefahren war, standen die jünger und sahen ihm nach als das Flugzeug abgestürzt war, fanden die rettungsmannschaften an der absturzstelle hunderte ferngläser für jeden trauernden eins. Alle gläser schwarz zum blick in die sonne. von Jürgen Israel